Viktoria Mullova studierte an der Zentralen Musikschule Moskau und am Moskauer Konservatorium. Ihre außergewöhnliche Begabung erregte internationale Aufmerksamkeit, als sie 1980 den 1. Preis beim Sibelius-Wettbewerb in Helsinki sowie 1982 die Goldmedaille beim Tschaikowsky-Wettbewerb gewann. Es folgte 1983 ihre von großem Medienecho begleitete dramatische Flucht in den Westen. Seither musiziert sie mit den besten Orchestern und Dirigenten der Welt und tritt bei allen großen internationalen Festivals auf. Sie ist heute weltweit für ihre außerordentliche Vielseitigkeit und musikalische Integrität bekannt. Ihr Interesse gilt der ganzen musikalischen Bandbreite vom barocken und klassischen Repertoire bis hin zu zeitgenössischen Werken und den aktuellen Entwicklungen im Bereich Fusion und Experimentalmusik.

Ihre Leidenschaft für den authentischen Interpretationsansatz führte zu einer Zusammenarbeit mit darauf spezialisierten Ensembles, wie dem Orchestra of the Age of Enlightenment, Il Giardino Armonico, Venice Baroque und Orchestre Révolutionnaire et Romantique. Viktoria Mullovas starke Affinität zu den Werken J. S. Bachs lässt sich auch anhand ihrer Aufnahmen ablesen, die zu einem guten Teil seinen Werken gewidmet sind. Ihre Bachinterpretationen werden weltweit gefeiert, so schrieb Tim Ashley im Guardian: „Viktoria Mullova Bach spielen zu hören ist eine der großartigsten Erfahrungen, die man machen kann.“ Ihre kürzlich erschienene Einspielung der Violinkonzerte von J. S. Bach mit der Accademia Bizantina und Ottavio Dantone wurde mit ausgezeichneten Rezensionen bedacht; ihre Gesamtaufnahme der Partiten und Sonaten für Violine solo von J. S. Bach stellt einen Meilenstein auf ihrer persönlichen Reise zu Bachs Musik dar.

Sie brachte dieses Repertoire ebenfalls in einer mehrere Spielzeiten umfassenden Reihe von internationalen Solorezitals zu Gehör.

Ihre intensive Auseinandersetzung mit kreativer zeitgenössischer Musik begann im Jahr 2000 mit ihrem Album Through The Looking Glass mit von Matthew Barley für Solovioline und Ensemble arrangierten Werken aus den Bereichen Weltmusik, Jazz und Pop. In der Folge entstand das Album The Peasant Girl, das sie weltweit in Konzerten mit dem Matthew Barley Ensemble präsentierte. Dieses Projekt zeigt eine andere Seite Viktoria Mullovas, in der sie auf ihre Wurzeln in der ukrainischen Landbevölkerung zurückblickt und den Einfluss der Gypsy-Musik auf Klassik und Jazz im 20. Jahrhundert ergründet. Ihre Liebe zu brasilianischen Liedern von Komponisten wie Antônio Carlos Jobim, Caetano Veloso und Cláudio Nucci ist die Inspiration für ihr jüngstes Projekt Stradivarius in Rio. Die gleichnamige CD wurde enthusiastisch gefeiert, geplante Konzerte mit diesem Repertoire werden sie durch ganz Europa führen. Immer wieder vergibt sie Kompositionsaufträge an junge Komponisten, wie z. B. Fraser Trainer, Thomas Larcher und Dai Fujikura.

Mit dieser großen musikalischen Vielfalt begeistert sie als Artist-in-Residence an führenden Musikzentren, darunter das Londoner Southbank Centre, das Wiener Konzerthaus, das Pariser Auditorium du Louvre, das Musikfest Bremen, das Orquestra Simfònica de Barcelona sowie das Helsinki Music Festival.

Zu Höhepunkten der Saison 2016/2017 zählen u. a. eine Tournee mit der Accademia Bizantina und Ottavio Dantone nach Nordamerika und Asien, Gastspiele mit dem Orchestre National de Lyon, Venice Baroque Orchestra, Il Giardino Armonico bei den Sommets Musicaux in Gstaad sowie eine Belgien-Tournee mit Le Concert Olympique. Mit Solo-Rezitals und im Duo mit Katia Labèque wird sie in Europa zu erleben sein.

Aufnahmen aus Viktoria Mullovas umfangreicher Diskographie wurden mit zahlreichen bedeutenden Preisen ausgezeichnet. Ihre Aufnahme der Vivaldi-Konzerte mit Il Giardino Armonico unter der Leitung von Giovanni Antonini erhielt 2005 den renommierten Diapason d’Or. Die Einspielung der Beethoven-Sonaten op. 12 Nr. 3 sowie der „Kreutzer-Sonate“ mit Kristian Bezuidenhout wurde von der internationalen Fachpresse gefeiert. Zu weiteren Einspielungen zählen Schuberts Oktett mit dem Mullova Ensemble, „Recital“ mit Katia Labèque und die Bach-Sonaten gemeinsam mit Ottavio Dantone sowie sechs Solo-Sonaten und Partiten. Ihre im August 2015 erschienene CD-Veröffentlichung mit Werken Sergei Prokofjews wurde begeistert von der Musikkritik aufgenommen.

Viktoria Mullova spielt entweder die Stradivari „Jules Falk“ aus dem Jahr 1723 oder auf einem Instrument von Guadagnini.

Mehr über Viktoria Mullova auf ihrer Website www.ViktoriaMullova.com und www.onyxclassics.com.