Renaud Capucon (c) Paolo Roversi

Renaud Capucon (c) Paolo Roversi

Renaud Capuçon begann mit 14 Jahren sein Studium am Pariser Conservatoire National Supérieur de Musique et Danse bei Gérard Poulet und Veda Reynolds und setzte es später bei Thomas Brandis und Isaac Stern fort. 1997 holte Claudio Abbado den mittlerweile bereits vielfach ausgezeichneten Geiger als Konzertmeister zum Gustav Mahler Jugendorchester, wo  er drei Jahre lang bedeutende musikalische Erfahrungen sammelte. Dort arbeitete er u. a. mit Pierre Boulez, Seiji Ozawa, Daniel Barenboim und Franz Welser-Moest zusammen. Seine  Nominierung durch die  Victoires de la Musique zum „Neuen Talent des Jahres 2000“ und  seine Ernennung zum „Rising Star 2000“ bestätigten dann auch offiziell den Rang Renaud  Capuçons als einer der führenden Geiger seiner Generation. 2005 wurde Renaud Capuçon erneut von den Victoires de la Musique ausgezeichnet, dieses Mal als „Solist des Jahres“.  2006 wurde ihm der „Prix Georges Enesco“  (Sacem) verliehen.

2002 debütierte er bei den Berliner Philharmonikern unter Bernard Haitink und 2004 beim Boston Symphony Orchestra unter Christoph von Dohnanyi. Im November 2004 unternahm Renaud Capuçon zusammen mit dem Orchestre de Paris und Christoph Eschenbach eine Tournee durch China, die sich im Februar 2005 in Deutschland fortsetzte. Weitere namhafte Orchester haben Renaud Capuçon immer wieder als Solist zu Gast, darunter: die Academy of St. Martin in the Fields, das Chamber Orchestra of Europe, City of Birmingham Symphony Orchestra, Orchestre de Paris, Swedish Radio Orchestra, Orchestre de la Suisse Romande, Zürcher Kammerorchester, Gewandhausorchester Leipzig, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Deutsches Symphonie-Orchester Berlin, Sächsische Staatskapelle Dresden, NHK Symphony Orchestra, Chicago Symphony Orchestra, Los Angeles Philharmonic Orchestra sowie das Washington National Symphony Orchestra.

Dabei arbeitet er mit Dirigenten wie Semyon Bychkov, Myung-Whun Chung, Gustavo Dudamel, Charles Dutoit, Christoph Eschenbach, Dennis Russel-Davis, Vladimir Fedosseyev, Ivan Fisher, Daniel Harding, Kurt Masur, Marc Minkowski und Wolfgang Sawallisch zusammen. Seine besondere Vorliebe für Kammermusik führte ihn u. a. mit den Pianisten Martha Argerich, Daniel Barenboim, Elena Bashkirova und Hélène Grimaud, dem Klarinettisten Paul Meyer, dem Bratscher Yuri Bashmet und dem Cellisten Truls Mørk zusammen. Mit seinem Bruder Gautier Capuçon (Violoncello) bildet er eine feste Duo-Formation. Auch bei internationalen Musikfestivals ist Renaud Capuçon regelmäßig zu Gast, so etwa bei denen von Edinburgh, Berlin, Lockenhaus, Ludwigsburg, vom Rheingau, von Schwarzenberg, Jerusalem, Stavanger, Luzern, Verbier, Canarias, San Sebastian, Stresa, Aix-en-Provence, La Roque d’Anthéron, Menton, Saint-Denis, Strasbourg, Tanglewood, Brescia-Bergamo und Salzburg.

Aus seiner umfangreichen Diskographie als Exklusivkünstler für Virgin Classics sind als vielfach ausgezeichnete Einspielungen besonders zu nennen: Kammermusikwerke von Ravel mit seinem Bruder und Frank Braley, Dutilleux’ Violinkonzert (Orchestre Philharmonique de Radio France, „Choc de la Musique“, „Diapason d’Or“ u.a.), Brahms’ Klaviertrios mit Nicholas  Angelich und seinem Bruder (Preis der Deutschen Schallplattenkritik), die Violinkonzerte von Mendelssohn und Schumann (Mahler Chamber Orchestra). 2004 wurde Schuberts berühmtes Forellenquintett in Starbesetzung mit Gautier Capuçon, Gérard Caussé, Frank Braley und Alois Posch veröffentlicht. Auch die Einspielung von Brahms’ Sonaten für Violine und Klavier zusammen mit Nicholas Angelich sowie die des Doppelkonzerts mit Gautier Capuçon und dem Gustav Mahler Jugendorchester wurden mehrfach ausgezeichnet. Zuletzt erschienen Mozarts Violinkonzerte Nr. 1 und 3 und seine Sinfonia Concertante (Scottish Chamber Orchestra, Louis Langrée, weiterer Solist: Antoine Tamestit), Violinkonzerte von Beethoven und Korngold (Rotterdam Philharmonic Orchestra, Yannick Nezet-Seguin) sowie alle Sonaten für Violine und Klavier von Beethoven mit Frank Braley. Renaud Capuçon spielt die Guarneri del Gesù „Panette“ von 1737, die zuvor Isaac Stern gehörte und von der Banca Svizzera Italiana für ihn gekauft wurde.

Stand 2016