“Er ist nicht nur ein genialer Pianist, er wird zweifellos einer der großen Künstler des 21. Jahrhunderts sein.”
(Le Figaro)

“Die Kompositionen klangen so unerhört, als wären sie frei erfunden, und die Improvisationen so perfekt wie komponiert. Stehend jubelten die Zuhörer dem Klaviergenie zu.”
(Nordkurier)

Fazil Say (© Marco Borggreve)

Fazil Say (© Marco Borggreve)

Mit seinem außergewöhnlichen pianistischen Vermögen berührt Fazil Say Publikum wie Kritik seit nunmehr 25 Jahren in einer Weise, wie sie rar geworden ist in der zunehmend durchmaterialisierten und durchorganisierten Klassikmusikwelt. Konzerte mit diesem Künstler sind andere Konzerte. Sie sind direkter, offener, aufregender, kurz gesagt: sie treffen ins Herz. Eben das meinte wohl auch der Komponist Aribert Reimann, als er 1987, während eines Besuchs in Ankara, mehr oder minder zufällig in den Genuss kam, den damals 17-Jährigen zu hören. Auf der Stelle bat er seinen Begleiter, den amerikanischen Pianisten David Levine, ins Konservatorium der türkischen Hauptstadt zu kommen, und er tat es mit den inzwischen geflügelten Worten: „Den musst Du Dir anhören, der Junge spielt wie ein Teufel“.

Seinen ersten Klavierunterricht erhielt Fazil Say bei Mithat Fenmen, einem Pianisten, der noch bei Alfred Cortot in Paris studiert hatte. Fenmen – vielleicht ahnend, wie groß das Talent des Jungen war – bat seinen Schüler, jeden Tag erst einmal über Themen des Alltags zu improvisieren, bevor er sich mit den notwendigen klavieristischen Übungen und Studien beschäftigte. In dieser Auseinandersetzung mit freien kreativen Prozessen und Formen wurde der Ursprung für das enorme improvisatorische Talent und die ästhetische Anschauung gelegt, die den Kern des Selbstverständnisses des Pianisten und Komponisten Fazil Say bildet. Als Komponist hat Fazil Say unter anderem Auftragswerke für die Salzburger Festspiele, den WDR, das Konzerthaus Dortmund, das Schleswig-Holstein Musik Festival, die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern oder die Münchner Biennale geschrieben. Sein Schaffen umfasst Kompositionen für Soloklavier und Kammermusik bis hin zu Solokonzerten und großen Orchesterwerken.

Den Feinschliff als klassischer Pianist erhielt Fazil Say ab 1987 bei David Levine, zunächst an der Musikhochschule „Robert Schumann“ in Düsseldorf, später dann in Berlin; vor allem seine Mozart- und Schubert-Interpretationen haben hier ihren gleichsam ästhetischen Urgrund. Seine herausragende Technik ermöglichte es ihm überdies bald schon, die so genannten Schlachtrösser der Weltliteratur in staunenswerter Souveränität zu bewältigen. Und eben diese Mischung aus Feinsinn (bei Haydn, Bach und Mozart) und virtuosem Glanz in den Werken von Liszt, Mussorgsky oder Beethoven führten schließlich 1994 zum Sieg beim Internationalen Wettbewerb „Young Concert Artists“ in New York. Fazil Say spielte in der Folge mit sämtlichen renommierten amerikanischen und europäischen Orchestern und zahlreichen großen Dirigenten zusammen und erarbeitete sich dabei ein vielfältiges Repertoire, das von Kompositionen von Johann Sebastian Bach über die „Klassiker“ Haydn, Mozart und Beethoven sowie die Romantik bis zur zeitgenössischen Musik reicht, eingeschlossen seine eigenen Kompositionen für Klavier.

Gastspiele führten Fazil Say seither in zahllose Länder auf allen fünf Kontinenten; die französische Zeitung „Le Figaro“ nannte ihn „ein Genie“. Dabei trat Say immer wieder auch als Kammermusiker in Erscheinung. Mit der Geigerin Patricia Kopatchinskaja beispielsweise bildet er seit Jahren ein phantastisches Duo; weitere prominente Partner sind unter anderem die argentinische Cellistin Sol Gabetta, das Borusan Quartett aus Istanbul und andere türkische Instrumental-Solisten. Von 2005 bis 2010 war Fazil Say Exklusivkünstler des Konzerthauses Dortmund, in der Saison 2010/11 ist er Artist in Residence am Konzerthaus Berlin, beim Schleswig-Holstein-Festival im Sommer 2011 wird ihm ein Programmschwerpunkt gewidmet. Weitere Residenzen und Fazil-Say-Festivals gab es in Paris, Tokio, Meran, Hamburg und Istanbul.

Seine Einspielungen der Werke Bachs, Mozarts, Beethovens, Gershwins und Strawinskys wurden von der Plattenkritik hoch gelobt und mehrmals ausgezeichnet. Seit 2003 ist Fazil Say exklusiv bei der französischen Plattenfirma Naive unter Vertrag. Er lebt in Istanbul und hat eine Tochter.