HISTORIE DER WESTDEUTSCHEN KONZERTDIREKTION

Kontinuität in der Qualität

Die 100jährige Geschichte der Westdeutschen Konzertdirektion Köln begann in der Kölner Budengasse. Dort war die Musikalienhandlung Johann Franz Weber ansässig und ihr Inhaber Heinrich Dubois gründete im Jahr 1913 die Westdeutsche Konzertdirektion Köln. Zu dieser Zeit gab es nur sehr wenige Unternehmen, die Konzerte arrangierten und Künstler vermittelten. Dubois‘ Unternehmen entwickelte sich schnell und wurde in der Zeit zwischen den Weltkriegen zu einer führenden Konzertdirektion Deutschlands.

Bis heute ist die Westdeutsche Konzertdirektion Köln nicht nur ihrem ursprünglichen Namen, sondern auch den Qualitätsvorstellungen ihres Gründers treu geblieben. Meisterlichkeit war das künstlerische Ideal von Heinrich Dubois und so richtete er nach dem Ersten Weltkrieg den Zyklus Meisterkonzerte ein. Im November 1918 fand das erste Meisterkonzert statt.

Als Dr. Schiff 1927 in die Westdeutsche Konzertdirektion Köln eintrat, hatte sie bereits den Allein-Vermittlungsauftrag nicht nur für Köln, sondern auch für Bonn, Koblenz und Mannheim. Die Westdeutsche Konzertdirektion Köln arbeitete eng mit den Münchner Philharmonikern zusammen und vermittelte Konzerte und Künstler bis nach Königsberg. In der Wirkenszeit von Dr. Schiff kooperierte die Westdeutsche Konzertdirektion Köln mit der Berliner Agentur von Hermann Wolff und Jules Sachs. Die beiden Konzertdirektionen gingen eine Arbeitsgemeinschaft ein, die zu Anfang der 30er Jahre in sämtlichen Konzertsälen der Republik als Veranstalter präsent war und die Elite der Künstler unter Vertrag hatte. Nur einige Namen, die im Programm der Arbeitsgemeinschaft von 1932/33 auftauchten, seien hier genannt: Claudio Arrau, Wladimir Horowitz, Wilhelm Kempf, Sergej Prokofjew, Sergej Rachmaninoff, Artur Schnabel, Rudolf Serkin, Igor Strawinsky. . .

1935 brach die Arbeitsgemeinschaft unter Druck der Nürnberger Rassengesetze zusammen, denn Dr. Schiff, Wolff und Sachs waren Juden. Dr. Schiff emigrierte in die USA und empfahl als seinen Nachfolger den Schweden Gustav Finemann, Geiger und damals Leiter eines Kammerorchesters in Berlin. Die Westdeutsche Konzertdirektion Köln blieb unter Finemanns Leitung bestehen, aber das Veranstaltungsprogramm litt unter einem künstlerischen Aderlaß. Denn seit 1935 durften jüdische Künstler nicht mehr verpflichtet werden, auch Werke jüdischer Komponisten durften nicht aufgeführt werden. 1944 mußte die Westdeutsche Konzertdirektion Köln, wie alle anderen auch, schließen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg fehlten vor allem Veranstaltungsorte. Der Gürzenich und die Messehallen, die beiden Kölner Konzertsäle, waren zerbombt. In der Aula der Kölner Universität war die Oper untergebracht, so daß die Westdeutsche Konzertdirektion Köln für Ihr erstes Meisterkonzert nach dem Krieg, das im Februar 1951 stattfand, in das Metropol-Kino an der Annostraße ausweichen mußte. In den Folgejahren fanden die Meisterkonzerte zunächst in einem Hallen-Provisorium, dann im Börsen-Saal statt, bis 1955 der Gürzenich wieder aufgebaut wurde. Auch, wenn Gustav Finemann in den 50er und Anfang der 60er Jahre die Berliner und die Wiener Philharmoniker, Yehudi Menuhin und Vladimir Ashkenazy für Gastspiele gewinnen konnte, gab er 1964 auf. Finemann fehlten vor allem geeignete Veranstaltungsorte. Der Gürzenich war mit 1.100 Plätzen zu klein und die Akustik schreckte Orchester und Dirigenten wie Herbert von Karajan ab.

Die Westdeutsche Konzertdirektion Köln ging an drei Veranstalter: Rudolf Wylach in Wuppertal, Hans Ulrich Schmid in Hannover und Witiko Adler in Berlin. Seit 1971 ist die Westdeutsche Konzertdirektion Köln wieder in einer Hand, Witiko Adler ist der Alleininhaber. Mit der Kölner Philharmonie hat die Westdeutsche Konzertdirektion Köln einen festen Veranstaltungsort mit ausgezeichneter Akustik gefunden. Trotz der wechselvollen Geschichte ist die Westdeutsche Konzertdirektion Köln ihrem Anspruch treu geblieben, mit klassischen Werken und meisterhaften Interpreten das Kölner Musikleben zu bereichern.

Mehr über die Konzert-Direktion Adler in Berlin.

100 JAHRE WDK

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